Sexuelle Evolution 1b

Schwachpunkte in Geoffrey F. Millers Buch:
„Die sexuelle Evolution – Partnerwahl und die Entstehung des Geistes“:

Zitiertes ist blau.

1. zum anderen haben zahlreiche beklagenswerte Traditionen in den letzten Jahrtausenden die Präsentation weiblicher Kreativität unterdrückt.
Auf die Auswirkungen geht er leider nicht ein, obwohl die weibliche Selektion für seine Theorie genauso wichtig ist, wie das männliche Balzverhalten. Folglich muss die nicht mehr mögliche weibliche Selektion Auswirkungen gehabt haben, zumal ja ca. 6.000 Jahre eine lange Periode ist, in der Frauen die besten Gene nicht auswählen konnten.
Die Folgen waren und sind, dass sich selbst die Dümmsten des Pöbels reproduzieren konnten und können, was u.a. auch ein Grund für die Überbevölkerung ist.
Quantitative Reproduktion ist aber auf einem Planeten, dessen Ressourcen nicht endlos sein können, definitiv die schlechteste Überlebensstrategie.

2. Religionen als positive Leistung des Gehirns zu deuten, ohne zum einen die Gräueltaten bei deren Verbreitung zu erwähnen zum anderen, dass die weltliche Macht des Klerus kein Zufall ist, sondern Kalkül war und ist, wird nicht mal ansatzweise erwähnt. Ganz zu schweigen von der Existenz von Silikontitten sowie Atombomben, die ja nun wirklich kein Zeichen für Intelligenz sind.

3. Wenn die genetische Kopplung der Geschlechter nicht so vergänglich wäre, bekämen wir in der Natur niemals dramatische Geschlechtsunterschiede zu Gesicht. Ein Argument: Die menschliche Klitoris wäre so groß wie der menschliche Penis.
Das ist aber in der Tat ein seltsames Argument, und für einen Wissenschaftler, der mit der sexuellen Evolution die geistige Evolution begründen will, eine eigenartige Wissenslücke. Denn die Klitoris hat mit einem Penis bestenfalls eine Eichel gemeinsam, ansonsten aber nichts; wobei außerdem noch der gravierende Unterschied zu beachten ist, dass die Klitoris keine Öffnung hat. Ganz zu schweigen von ihrer unterschiedlichen Anatomie, und vor allem ist sie ein Organ, das nur der Lust dient und für die Reproduktion unwichtig ist.

Die Klitoris ist ein hochsensibler Schwellkörper von ca. 8 bis 10 cm Größe im Normalzustand. Die Eichel des Penis ist nicht nur kleiner sondern hat auch ca. 3 mal weniger Nerven als die wesentlich kleinere Eichel der Klitoris.

Video: „Die Klitoris – die schöne Unbekannte“.

4. Auch Miller macht den Fehler alles nur aus der Sicht des Mannes zu betrachten. Außerdem hat er m.E. nach, keine ausreichenden Kenntnisse über die weibliche Psyche. Die besten Gene auszusuchen findet ja nicht ohne gewollte Reproduktion statt, genauso abhängig vom Wollen ist bei allen Frauen überhaupt Sex zu haben.
Heutzutage kann ein Mann alle Status-Klischees haben: Reich sein, gut aussehen;
was auch immer das bedeutet; einen sportlichen Körper etc. pp., und trotzdem sind
das alles keine Garanten dafür, dass eine Frau zwingend mit demjenigen ins Bett hüpft,
wenn sie es nicht will. Außerdem ist Reichtum kein Indikator für die besten Gene.

Kurzum: Die berühmte Chemie muss stimmen, sonst geht gar nichts.
Dass es auch Frauen gibt, die sich cool berechnend einen reichen Mann aussuchen,
sind die Ausnahmen und nicht die Regel.

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