Männer vom Aussterben bedroht?

Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine Natur- sondern Geisteswissenschaften studiere und die Evolutionstematik nur eine meiner
anderen Interessen ist. Folglich verwende ich auch nur Material aus 2. & 3. Hand
Das ich dann mit meinem Senf bereicher oder auch nicht. 🙂 Zitiertes ist blau.

Wenn wir davon aussgehen, dass vor ca. vor etwa 3,5 bis 3,9 Milliarden Jahren das Leben begann, (Bis heute ist mWn. nur das auf den Nukleinsäuren RNA und DNA beruhende Leben bekannt) und erst vor ca. 300 Millionen Jahre die Evolution die Geschlechtschromosomen hervorbrachte, dann erscheint diese Frage in einem ganz anderen Zeitzusammenhang. Soll heißen, bis das Y-Chromsom evolutionär bedingt verschwindet, könnten ja auch noch Jahrmillionen vergehen.

Teil 2 bis 6

Die Gründe für die Reduzierung der Spermien liegt wie in den Videos ja auch gesagt, an den vom Menschen verursachten Umweltveränderungen durch Chemikialien wie Pestizide, Weichmacher (in Lebensmittelverpackungen, Kosmetik, Babypuder), Brandhemmer (in Möbeln, elektrischen Geräten) und PCB (Polychlorierte Biphenyle).

Es wurde errechnet, dass in den USA und Japan insgesamt 250 000 Babys als Mädchen geboren wurden, die eigentlich Jungen gewesen wären. Bei diesen Babys haben Chemikalien und Pestizide die Entwicklung der Geschlechtsorgane im Mutterlieb so stark beeinflusst, dass die weiblichen Geschlechtsmerkmale dominanter ausgeprägt, die männlichen dagegen unterdrückt wurden. Auch in Kanada, Italien und Russland weisen die Geburtsstatistiken ähnliche Verlagerungen auf.

Studien in mehr als 20 Ländern haben gezeigt, dass sich die Spermienzahlvon 150 Millionen pro Milliliter in den letzten 50 Jahren auf 60 Millionen Spermien pro Milliliter verringert hat. Sollten diese Wissenschaftler Recht haben, müssen wir weite Felder unseres Konsumverhaltens völlig überdenken. Angesichts der mächtigen Industrielobby ist das eine echte Herausforderung und erfordert auch auf politischer Ebene eine Debatte.

Dass dann Studien auftauchen die diese Ergebnisse widerlegen, ist bei den zu erwartenden Profitverlusten der Chemiekonzerne keine Überraschung. Diese Studien kosten nämlich nur einen Bruchteil von der Höhe der Verluste.

Ein weiterer Grund dafür könnte auch die Ernährung sein, denn das auch Alkohol und Tabak Auswirkungen darauf haben, ist ja schon länger bekannt. Das belegt schließlich die ungewöhnliche Häufigkeit von körperlich oder/und geistig behinderter Kinder, die während der Karnevalszeit gezeugt wurden.

Das Körpergewicht eines Mannes beeinträchtigt seine Zeugungsfähigkeit, so eine deutsche Studie. Sowohl Über- als auch Untergewicht beeinflussen die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien, fanden Forscher der Leipziger Uniklinik heraus.

Die Experten bringen auch das Alter der Männer mit deren Fruchtbarkeit in Verbindung. Naturgemäß nimmt die Zeugungskraft im Alter ab. Das könne daran liegen, dass im Alter oftmals auch das Gewicht zunehme, erklären die Wissenschaftler. Beunruhigend sei allerdings, dass immer häufiger stark übergewichtige junge Männer zwischen 20 und 30 zu den Sprechstunden der Ärzte kommen. Für junge Männer mit Gewichtsproblemen könnte ungewollte Kinderlosigkeit schon früh ein Thema werden, so Studienleiter Uwe Paasch, Leiter der Andrologischen Abteilung der Uniklinik.

Die Forscher untersuchten rund 2000 Spermaproben und errechneten den Body-Mass-Index (BMI) der Spender, der als Bezugsgröße für Über- und Untergewicht dient. Allerdings kann die Forschungsgruppe um Uwe Paasch nicht sagen, ab welchem BMI die Zeugungskraft des Mannes leide. Auch welche biologischen Mechanismen die Fruchtbarkeit von über- oder untergewichtigen Männern beeinflussen, sei noch unklar.

Auch Handystrahlung beeinflusst die Spermaqualität und kann die Zeugungsfähigkeit einschränken, behauptet eine österreichisch-kanadische Studie. Und das obwohl durch die Mobiltelefonnutzung gleichzeitig die Konzentration des Hormons Testosteron ansteigt, so die Forscher der Medizinischen Universität in Graz.

Dafür verantwortlich sind die elektromagnetischen Wellen (EMW), die das Handy abstrahlt, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Andrologia“. Einerseits erhöht sich der Testosteron-Spiegel durch die Wellen, andererseits geht der Level des so genannten luteinisierenden Hormons (LH) zurück, so Co-Autor Rany Shamloul von der Queen‘s University in Kingston, Ontario. Das LH sei für die Produktion und die Reifung der Spermazellen allerdings von großer Bedeutung.

Das Wissenschaftlerteam hatte das Sperma von zirka 1000 Handynutzern und 1000 Probanden ohne Mobiltelefon untersucht. Ergebnis: In der Handy-Gruppe war bei 68 Prozent die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, so Shamloul. Bei den Nichthandynutzern waren es hingegen nur 58 Prozent.

Spermaqualität:

Schlechte Spermaqualität ist gar nicht so selten: 9 von 10 Männern, die ihr Sperma untersuchen lassen, haben schlechte Werte.

Woran macht man fest, ob Sperma gut oder schlecht ist?

Sperma besteht aus Samenplasma und Spermazellen. Die Spermazelle kann das weibliche Ei befruchten. Beide Bestandteile des Spermas müssen von guter Qualität, also gesund sein, um befruchtungsfähig zu sein. Die Qualität macht man an der Konsistenz und Beweglichkeit des Spermas fest, und es muss auch genügend Nährstoff im Sperma vorhanden sein, um seine Energieversorgung zu sichern.

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle bei der Messung der Qualität des Spermas: die Menge an Spermazellen, ihre Beweglichkeit und die Zahl an normal ausgebildeten Zellen. Es ist normal, dass einige Zellen eben nicht normal ausgebildet sind – und es spielt meist gar keine Rolle, dass es sie gibt. Diese Zellen erreichen in der Regel die Eizelle überhaupt nicht. Bis zu einem Viertel der Spermazellen können abgestorben sein, was immer noch im Rahmen ist.

Wieso sind Menge und Beweglichkeit des Spermas wichtig?

Kurz gesagt: weil das Sperma so weit (18 cm) von der Ejakulation zur Eizelle schwimmen muss. Viele Spermien schaffen dies nicht, und einige Forscher sagen sogar, dass es Spermien gibt, die ausschließlich der „Wegbereitung“ des nachfolgenden Spermas dienen.

Sehen alle Spermien gleich aus?

Ganz und gar nicht! Es gibt nicht nur Sperma mit schiefen Köpfen und gekringelten Schwänzen, sondern auch Sperma mit zwei Köpfen, hängenden Köpfen oder großen und kleinen Köpfen. Am besten vorwärts in der Vagina kommt ein langer, nicht gekringelter Schwanz mit einem mittelgroßem Kopf.

Wichtig zu wissen: die Qualität des Spermas kann bei ein und demselben Mann stark unterschiedlich sein. Es gibt eine Art „Tagesform“ für Sperma, die mit Stress, Hodentemperatur,  Ernährung, Medikamenten und Genussmittelkonsum zusammenhängt. Alkohol und Nikotin sind natürlich nicht gut für die Qualität des Spermas.

Deswegen werden bei einer Spermauntersuchung mehrere Proben untersucht – meist drei Stück. Man kann sie zuhause „produzieren“, eventuell im Kühlschrank aufbewahren und so rasch wie möglich zum Urologen bringen, der sie dann ins Labor schickt.

Sind mehrere Proben von unterschiedlichen Tagen nicht im Normbereich, wird der Arzt überlegen, ob die schlechte Spermaqualität genetisch bedingt ist. Dann kann die Spermaqualität nicht verbessert werden. Einige Männer produzieren Sperma ohne Spermazellen – es ist einer von 100. Daran kann man leider nichts ändern.

Es gibt ansonsten einige Möglichkeiten, die Qualität des Spermas zu optimieren: gesund leben, zu starke Hitze (auch die Sauna) meiden und Stress reduzieren. Dabei muss man wissen, dass es 74 Tage dauert, bis eine Spermazelle fertiggestellt ist, und dass sie bis zu 20 Tage in den Hoden überleben kann. Es kann also fast 3 Monate in Anspruch nehmen, eine messbare Verbesserung des Spermas zu erzielen.

Der britische Genetikprofessor Steve Jones heizte mit seinem 2003 erschienen Buch
„Der Mann – ein Irrtum der Natur?“ den Disput weiter an.

Die Ursache des maskulinen Niedergangs verorten die Wissenschaftler im Werdegang des Y-Chromosoms, das die Hälfte der Menschheit zu Männern macht. Vor 300 Millionen Jahren erfand die Natur die Geschlechtschromosomen. Auf ihnen sind jene Gene aufgereiht, die das Geschlecht eines Lebewesens bestimmen. Zuerst kam das X-Chromosom in die Welt, das die Weichen hin zur weiblichen Entwicklung stellt. Jede Frau trägt zwei Kopien davon in den Zellkernen. Erst später entstand das Y-Chromosom. Es ging aus dem X-Chromosom hervor. Aufgrund einer Mutation brach von diesem ein Arm ab. Er fügte sich jedoch wieder an den X-Torso, der nun die Y-Form annahm – das männliche Chromosomenpaar XY war entstanden.

Programmierte Gendefekte auf dem Y-Chromosom

Allerdings pfuschte die Natur bei diesem Gen-Experiment. In den Ei- und Samenzellen können sich X-Chromosomen aneinanderlagern. Dies hilft bei der Reparatur defekter Gene: Enzyme schneiden fehlerhafte Abschnitte aus einem Erbgut-Strang und fügen an ihre Stelle intakte Kopien ein, die sie dem Schwesterchromosom entnehmen. Beim Y-Chromosom ging diese Fähigkeit des Erbgut-Transfers jedoch verloren – seine neue Gensequenz war nicht länger mit der des X-Chromosoms kompatibel.

So wurde der Männlichkeit der Untergang gleichsam in die Wiege gelegt. Denn im Lauf der Jahrmillionen häuften sich durch Mutationen Gendefekte auf dem Y-Chromosom an, die nicht mehr behoben werden konnten. Immer mehr Gene verloren dadurch ihre Funktion. Als das Männer-Chromosom entstand, beherbergte es 1500 Gene. Heute finden sich darauf gerade noch 40 funktionsfähige Erbgutabschnitte. Diese Erosion des Y-Chromosoms führt schon heute bei vielen Männern zu Unfruchtbarkeit, weil schon geringe genetische Störungen die Samenproduktion lahmlegen.

Setzt sich diese Entwicklung fort, ist es um die männliche Fortpflanzungsfähigkeit irgendwann ganz geschehen. Zwar muss dies noch nicht das Ende der Menschheit bedeuten. Denn auf anderen Chromosomen liegende Gene könnten so evolvieren, dass sie die Funktion des degenerierten Y-Gens übernehmen. Andere geschlechtsbestimmende Mechanismen würden die Menschheit jedoch drastisch verändern: Tauchen neue Gene, die gesunde, fruchtbare Männer heranwachsen lassen, beispielsweise zuerst bei den Massai auf, wäre die Weltbevölkerung bald auf die Mitglieder dieses afrikanischen Stamms reduziert. Fände diese Art sexueller Evolution jedoch in zwei oder mehreren Bevölkerungsgruppen parallel statt, entstünden neue Arten der Art Homo sapiens, die sich – ähnlich wie Neandertaler und Urmenschen – nicht untereinander kreuzen könnten.

Résumé kann jeder selbst ziehen. 😀

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