3 – etc. pp.

Simplifiziert:
Als die Frau durch die Französischen Revolution zum ersten Mal auf die von Männern beherrschte Weltbühne kletterte, gab es nur das von Männern erdachte Wissen sowie die nur von ihnen geschriebene Historie, in der so gut wie keine Frauen vorkamen.

Kompliziert:
Wir Frauen müssten also diese einseitige und zu unserem Nachteil nach wie vor bestehende Tatsache aus der Welt schaffen, indem wir den willkürlich weggelassen weiblichen Anteil hinzufügen. Dafür gibt es aber mindestens zweierlei zu beachten. Erstens, den gewaltigen Umfang des Vorhabens, den ich zumindest gar nicht erfassen kann. Zweitens, ob sich das überhaupt auf die noch nicht erreichte Gleichstellung von uns Frauen positiv auswirken könnte. Also, ich habe da so meine Zweifel. Aber diejenige, die denkt, es wäre trotzdem sinnvoll, möge damit beginnen, ich möchte sie wirklich nicht davon abhalten. 😉

Irrelevant:
Sind definitiv die in Mainstreammedien veröffentlichten Studien über biologische Determinierungen. Daran ändert auch keine evtl. vorherige Publizierung in einschlägigen wissenschaftlichen Magazinen etwas. Studien zu erstellen sowie ihre Aussage mit empirisch erfassten Daten zu überprüfen, kosten mehr als ein frisches Brötchen.
Und dass nur der Wahrheit zur Liebe geforscht wird, ist nichts weiter als ein Mythos.

Das belegt auch die Naturwissenschaft, die entreißt heutzutage der Natur ihre letzten Geheimnisse, und was kommt zutage?
Mann bleibt Mann, Frau bleibt Frau. Die Natur hat es so gewollt.
Solche Theorien haben ihre Aufs und Abs, aber sie verschwinden nie ganz. Sie wechseln die Kleider und treten immer wieder neu auftrumpfend als neueste wissenschaftliche Erkenntnis auf die Bühne. Aber vor allem stehen sie im immer gleichen Zusammenhang mit den Machtverhältnissen einer Gesellschaft. Sie erklären sie zur natürlichen Ordnung.

Keine Frage, wir alle sind biologisch determiniert. Niemand hat bspw. willentlichen Einfluss auf Gene oder auf die Produzierung von Hormonen. Folglich werden wir auch nicht als Frau oder Mann geboren, weil unsere Erzeuger es so wollen. Simone de Beauvoirs wohl bekanntester Satz: Wir werden nicht als Frauen geboren, sondern dazu gemacht, bedeutet mit anderen Worten, dass Gene und Hormone zwar das weibliche Geschlecht hervorbringen, aber zur Frau wird frau erst durch genormte Manipulierung der jeweilig herrschenden kulturellen Ansichten gemacht, die obendrein männlich geprägt sind.

Dasselbe gilt natürlich auch für Männer. Allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass ihr Geschlecht mit den männlichen Ansichten übereinstimmt. Tradierte Normen bestimmen also, wie Frau sowie Mann zu sein hat. Dass dadurch nicht nur die Frau sondern auch der Mann zu genormten Zombies werden, interessieren weder die Mainstreammedien noch die Betroffenen selbst. Dass Männer sich nicht daran stören, mag daran liegen, dass sie auch als Zombie ihr gewohntes Männlichkeitsbild behalten.

Manipuliert:
Mainstreammedien haben nichts mehr mit wertfreier Berichterstattung zu tun, sondern sind zu Sprachrohren mächtiger reaktionärer Lobbyisten geworden, und die bestimmen auch, welche Studien veröffentlicht werden oder eben welche nicht. Dasselbe betrifft auch die meisten sogenannten wissenschaftlichen Magazine.